Gandhara

Aus Glossar des Buddhismus
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Gandhara[Bearbeiten]

Gandhara war eine antike Region um die Stadt Peschawar, die heute das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan bildet. Das Zentrum lag an den Flüssen Swat und Kabul, Zuflüssen des Indus, die besonders wichtige Stadt Taxila lag östlich des Indus hin zu den Margalla-Hügeln (Wah-Distrikt).

Gandhara ist bekannt für den ausgeprägten Gandhara-Stil in der buddhistischen Kunst, einer Nachwirkung des graeco-buddhistischen Synkretismus, der indische und hellenistische Einflüsse sowie jene der Perserreiche in den Jahrhunderten nach Alexander des Großen Eroberungen in Zentralasien um 330 v. Chr. miteinander verschmolz.

In Gandhara wurden im 1. Jahrhundert n. Chr. von den Kuschanen die ersten Darstellungen des Buddha in menschlicher Gestalt auf Münzen und als Statuen angefertigt – zuvor waren ausschließlich symbolische Darstellungen (z. B. Stupa, Dharmachakra und Bodhi-Baum) üblich gewesen. Diese Skulpturen wurden zu Vorbildern aller späteren Darstellungen des Buddha.

Die frühesten buddhistischen Manuskripte, die zugleich die ältesten indischen sind, wurden in Gandhara gefunden (siehe Gandhara-Schriften). Die Sprache dieser Zeit, das Gandhari, stammte vom Prakrit ab und war mit dem Sanskrit verwandt. Sie wurde in der Kharoshthi-Schrift geschrieben. Mit der Herrschaft der Kuschano-Sassaniden wurde Gandhari von Mekhi abgelöst.

Blütezeit des Gandhara-Stils war die Zeit ab dem 1. Jahrhundert unter der Kushana-Dynastie bis zur Invasion der Weißen Hunnen im 5. Jahrhundert. Ausgehend von Gandhara fand der Buddhismus über die Seidenstraße seinen Weg nach Ostasien, nach China und in der Folge nach Korea und Japan.

Von Gandhara wird auch angenommen, dass hier der mystische Dhanakosha-See liegt, der Geburtsort von Padmasambhava, dem Gründer des tibetischen Buddhismus. Die Kagyü-Linie bringt den See mit dem Andan-Dheri-Stupa in Verbindung, der in der Nähe der Kleinstadt Uchh bei Chakdara im unteren Swat-Tal steht. Von ihm wird gesagt, in seiner Basis entspringe eine Quelle, die den See speist. Archäologen haben den Stupa gefunden, aber keine Quelle und keinen See.

Die spätere buddhistische Kultur im Bamiyan-Tal, das weiter nördlich im Zentrum des heutigen Afghanistan liegt, mit ihren weltbekannten 35 und 53 Meter hohen Buddha-Statuen wurde durch den Gandhara-Stil wesentlich beeinflusst. Die Statuen sind im 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr. in eine Felswand aus rotem Sandstein gehauen worden, hatten Togen im graeco-buddhistischen Stil und waren mit kostbaren Steinen verziert. Sie wurden 2001 durch Taliban-Milizen auf Anordnung von Mullah Mohammed Omar gesprengt.




Zur Erleichterung: hier das Quellenverzeichnis und die Abkürzungen


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