Vipassana

Aus Glossar des Buddhismus
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Vipassana *1[Bearbeiten]

Hellblick ist das aufblitzende intuitive Erkennen der Vergänglichkeit, des Elends und der Unpersönlichkeit aller körperlichen und geistigen Daseinserscheinungen. Er mag weltlich oder überweltlich sein (lokiya, lokuttara).

Der überweltliche Hellblick ist von dreifacher Art: der die Gebilde erfassende Hellblick (im Momente des überweltlichen Pfades; (ariya-puggala), der Hellblick der Fruchterreichung und der Hellblick des Erlöschungszustandes (Nirodha-samapatti) Vis. XXIII.

Die in Pts. (I. 24f) erwähnten und in Vis. XX beschriebenen 18 Hauptarten des Hellblicks (maha-vipassana) sind:

  1. Betrachtung der Vergänglichkeit (aniccanupassana),
  2. Betrachtung des Leidens (dukkhanupassana),
  3. Betrachtung der Unpersönlichkelt (anattanupassana),
  4. Betrachtung der Abwendung (nibbidanupassana),
  5. Betrachtung der Loslösung (viraganupassana),
  6. Betrachtung der Erlöschung (nirodhanupassana),
  7. Betrachtung des Fahrenlassens (parinissaganupassana),
  8. Betrachtung des Versiegens (khayanupassana),
  9. Betrachtung des Hinschwindens (vayanupassana),
  10. Betrachtung der Veränderung (viparinamanupassana),
  11. Betrtachtung des Bedingunslosen (animittanupassana)
  12. Betrachtung des Wunschlosen (appanihitanupassana),
  13. Betrachtung der Leerheit (sunnatanupassana),
  14. der Hohe Wissenshellblick (adhipannadhamma-vipassana),
  15. der der Wirklichkeit gemäße Hellblick (yathabhuta-nanadassana),
  16. Betrachtung des Elends (adinavanupassana-nana),
  17. Nachdenkende Betrachtung (patisankhanupassana),
  18. Betrachtung des Sichabwendens (vivattananupassana-nana).

Durch diese Übungen werden die entgegengesetzten Dinge überwunden, und diese Überwindung gilt daher als die "Überwindung durchs Gegenteil" (tad-anga-pahana, -+ pahana).

1 nämlich überwindet den Unvergänglichkeitsglauben, 2 den Glücksglauben, 3 den Persönlichkeitsglauben, 4 die Lust, 5 die Gier, 6 die Daseinsentstehung, 7 das Festhalten (Vis. XXI), 8 die Festigkeitsvorstellung, 9 das karmische Anhäufen, 10 die Beständigkeitsvorstellung, 11 die Unvergänglichkeitsvorstellung, 12 das Verlangen nach Glück, 13 den Gedanken an eine Persönlichkeit, 14 das Sichanklammern an die fixe Idee einer Wesenheit, 15 das Sichanklammern an das verblendete Denken über das Ich und die Welt, 16 das Sichanklammern an die Lust, 17 die Gedankenlosigkeit, 18 die Fortdauer der Leidenschaften.

1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 9 werden erwähnt in A.VII.80.
4 (als nibbid-virga-nirodha) in A.V.49 usw.
10 (als vipasinama-viraga-nirodha) in M. 137.
11-13 (als animitta-samadhi usw.) in S. 43.4.
14 in A.IV.93, A.IX.4.
15 in A.V.24.
16 (als Adj.) in S. 52.
17 (als patisankhana-bala) in A. II. 9-11.
18 finde ich nicht im Kanon. [Anm: diese persönliche Bemerkung finde ich sehr symphatisch]

Weiteres samatha-vipassana 2