Swastika: Unterschied zwischen den Versionen

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Weil das Hakenkreuz Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Nationalsozialismus repräsentiert, ist die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole seit 1945 in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten verboten. In Deutschland dürfen Hakenkreuze nach § 86 Absatz 3 StGB nur zur „staatsbürgerlichen Aufklärung“ und zu ähnlichen Zwecken gezeigt werden.  
Weil das Hakenkreuz Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Nationalsozialismus repräsentiert, ist die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole seit 1945 in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten verboten. In Deutschland dürfen Hakenkreuze nach § 86 Absatz 3 StGB nur zur „staatsbürgerlichen Aufklärung“ und zu ähnlichen Zwecken gezeigt werden.  


===Darstellung in der Myythologie===
===Darstellung in der Mythologie===


Von Sanskrit "sv-asti": Glück, Erfolg, günstiges Schicksal. Im Westen wird es u. a. als "Crux gammata" bezeichnet, weil es wie aus 4 griechischen großen Gamma (r) zusammengesetzt erscheint. Semiologen (Semiologie = Wissenschaft von den Zeichen) halten es für das wahrscheinlich älteste (frühester Beleg 4000/3000 v.Z.) und meistverbreitete Zeichen weltweit.  
Von Sanskrit "sv-asti": Glück, Erfolg, günstiges Schicksal. Im Westen wird es u. a. als "Crux gammata" bezeichnet, weil es wie aus 4 griechischen großen Gamma (r) zusammengesetzt erscheint. Semiologen (Semiologie = Wissenschaft von den Zeichen) halten es für das wahrscheinlich älteste (frühester Beleg 4000/3000 v.Z.) und meistverbreitete Zeichen weltweit.  
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Im Chinesischen ist es eine Variante für die Zahl 10.000 (= unendlich, weil alles Glück in dieser Zahl enthalten ist), für die 4 Himmelsrichtungen (d.h. die Welt). Auf Stadtplänen und Landkarten in Fernost wird oft durch ein kleines Hakenkreuz auf buddhistische Einrichtungen hingewiesen.  
Im Chinesischen ist es eine Variante für die Zahl 10.000 (= unendlich, weil alles Glück in dieser Zahl enthalten ist), für die 4 Himmelsrichtungen (d.h. die Welt). Auf Stadtplänen und Landkarten in Fernost wird oft durch ein kleines Hakenkreuz auf buddhistische Einrichtungen hingewiesen.  
Vom Verfasser dieser Zeilen gesehen:  
Vom Verfasser dieser Zeilen gesehen:  
in Ostia Antica, dem antiken Hafen von Rom, ein isoliert dargestelltes Hakenkreuz in einem Mosaik;  
* in Ostia Antica, dem antiken Hafen von Rom, ein isoliert dargestelltes Hakenkreuz in einem Mosaik;  
auf neolithischen chinesischen Graburnen im Museum in Hongkong;  
* auf neolithischen chinesischen Graburnen im Museum in Hongkong;  
im Wappen in der Mitra des Thomas ä Becket;  
* im Wappen in der Mitra des Thomas ä Becket;  
in der römischen Villa Lullingstone (4.Jh.n.Chr.) in der Grafschaft Kent, südöstlich von London, als Hakenkreuzmosaike, isoliert wie auch als Band;  
* in der römischen Villa Lullingstone (4.Jh.n.Chr.) in der Grafschaft Kent, südöstlich von London, als Hakenkreuzmosaike, isoliert wie auch als Band;  
im archäologischen Rijksmuseum van Oudheden, Leiden (Holland), unter römischen Fibeln  
* im archäologischen Rijksmuseum van Oudheden, Leiden (Holland), unter römischen Fibeln (Kleiderschließen) ein Hakenkreuz (Crux gammata) aus dem 1.-4.Jh.n.Chr.;  
(Kleiderschließen) ein Hakenkreuz (Crux gammata) aus dem 1.-4.Jh.n.Chr.;  
* in der Induskultur (Mohenjo Daro, 2500-1700 v. Chr.);  
in der Induskultur (Mohenjo Daro, 2500-1700 v. Chr.);  
* in einer Schüssel, Samara, 6.Jh.v. Chr., auf der Museumsinsel, Berlin;  
in einer Schüssel, Samara, 6.Jh.v. Chr., auf der Museumsinsel, Berlin;  
* der japanische Künstler Hokusai (1760-1849) verwendete es in einem seiner Namen, ebenso wie der koreanische Dichter, Mönch, buddhistische Reformer Han Yeng-un (Manhae), 1879-1944.  
der japanische Künstler Hokusai (1760-1849) verwendete es in einem seiner Namen, ebenso wie der koreanische Dichter, Mönch, buddhistische Reformer Han Yeng-un (Manhae), 1879-1944.  
* In der semitischen Welt werden das "Kainszeichen" (1.Mos. 4,15), das Zeichen Hiobs (Hi. 31,35) und das der Lebensrettung bei Hesekiel (9,4) als Hakenkreuze gedeutet.  
In der semitischen Welt werden das "Kainszeichen" (1.Mos. 4,15), das Zeichen Hiobs (Hi. 31,35) und das der Lebensrettung bei Hesekiel (9,4) als Hakenkreuze gedeutet.  
* Das Svastika wird noch heute in einigen Abteilungen der finnischen Luftwaffe verwendet.  
Das Svastika wird noch heute in einigen Abteilungen der finnischen Luftwaffe verwendet.  
* Eine isländische Reederei führt es in ihrer Flagge.  
Eine isländische Reederei führt es in ihrer Flagge.  
 
 
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Aktuelle Version vom 24. April 2026, 15:29 Uhr

Swastika *18

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Eine Swastika (auch Svastika, Suastika; von Sanskrit m. svastika ‚Glücksbringer‘) ist ein Kreuz mit vier etwa gleich langen, einheitlich abgewinkelten Armen. Sie können nach rechts oder links zeigen, recht-, spitz-, flachwinkelig oder rundgebogen und mit Kreisen, Linien, Spiralen, Punkten oder sonstigen Ornamenten verbunden sein. Solche Zeichen, das älteste von etwa 10.000 v. Chr., wurden in Asien und Europa, seltener auch in Afrika und Amerika gefunden.

Das Zeichen hat keine einheitliche Funktion und Bedeutung. Im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus wird die Swastika bis heute als religiöses Glückssymbol verwendet. Im Deutschen wird ein heraldisches Zeichen, das der Swastika ähnelt, seit dem 18. Jahrhundert „Hakenkreuz“ genannt.

Im 19. Jahrhundert entdeckten Ethnologen die Swastika in verschiedenen Kulturen des Altertums. Einige verklärten sie zum Zeichen einer angeblichen indogermanischen Rasse der „Arier“. Die deutsche völkische Bewegung deutete das Hakenkreuz antisemitisch und rassistisch. Im Anschluss daran machten die Nationalsozialisten ein nach rechts gewinkeltes und 45 Grad geneigtes Hakenkreuz 1920 zum Kennzeichen der NSDAP und 1935 zum zentralen Bestandteil der Flagge des Deutschen Reiches.

Weil das Hakenkreuz Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Nationalsozialismus repräsentiert, ist die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole seit 1945 in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten verboten. In Deutschland dürfen Hakenkreuze nach § 86 Absatz 3 StGB nur zur „staatsbürgerlichen Aufklärung“ und zu ähnlichen Zwecken gezeigt werden.

Darstellung in der Mythologie

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Von Sanskrit "sv-asti": Glück, Erfolg, günstiges Schicksal. Im Westen wird es u. a. als "Crux gammata" bezeichnet, weil es wie aus 4 griechischen großen Gamma (r) zusammengesetzt erscheint. Semiologen (Semiologie = Wissenschaft von den Zeichen) halten es für das wahrscheinlich älteste (frühester Beleg 4000/3000 v.Z.) und meistverbreitete Zeichen weltweit.

In Indien werden zwei Formen unterschieden: Balken nach rechts; das männliche Prinzip darstellend. Weisen die Haken indessen nach links, so heisst es Sauvastika und bedeutet das weibliche Prinzip. In der einen oder anderen Form zeigt es der Buddha als glückbringendes Zeichen auf den Fußsohlen und auf den Handflächen. Beim indischen Gott Vishnu erscheint es als Shrivatsa (Glückszeichen) auf der Brust. Von dort gelangte es ebenfalls auf die Brust des Buddha, wo es u.a. das "Siegel des Herzens des Buddha" darstellt. Vishnu erscheint - ähnlich wie Herkules/Herakles, der gewisse Aufgaben zu erledigen hat - in 10 Avatara ("Herabkunft"), um in Ordnung zu bringen, was in Unordnung ist. Ein Avatara des Vishnu ist Buddha (nach hinduistischer Vorstellung, nicht unbedingt nach buddhistischem Selbstverständnis. Im Buddhismus bezeichnet man bisweilen mit Avatara die Erscheinung eines Buddha in der Welt).

In der Religion der Jaina - der Stifter jener Religion, Jina ("Sieger") oder Mahavira ("Großer Held") war ein Zeitgenossen des Buddha - zählt das Svastika zu den "Drei Symbolen" (eines steht für Erlösung; eines sind die 3 Juwelen: rechter Glaube, rechtes Wissen, rechter Wandel; eines ist das Hakenkreuz als Bild der vier Daseinsstufen: oben Menschen- und Götterwelt, unten Höllen- und Tierwelt). Die tibetische Swastika heisst Yun-drun oder Ryungdrung. Im tibetischen Buddhismus weisen die Haken nach rechts. Im Bon (authochtone tibetische, vorbuddhistische Religion) enden sie nach links. Eine Erklärung für das yun-drun besagt, es solle die Sonne als Schöpfer der 4 Weltgegenden repräsentieren.

Man verbindet mit ihm eine immense Vielfalt an "Bedeutungen"; u.a. als glückbringendes Zeichen; Wasser, Wirbelsturm, Luft, Sonnenrad, Feuerquirl (Erzeugung von Feuer mittels Reibung), Segelboot, sich kreuzende Blitze, Vulva, sexuelle Vereinigung, Embryo, Fruchtbarkeit und Leben, fliegender Storch/Kranich, Mondsichel.

Im Chinesischen ist es eine Variante für die Zahl 10.000 (= unendlich, weil alles Glück in dieser Zahl enthalten ist), für die 4 Himmelsrichtungen (d.h. die Welt). Auf Stadtplänen und Landkarten in Fernost wird oft durch ein kleines Hakenkreuz auf buddhistische Einrichtungen hingewiesen.

Vom Verfasser dieser Zeilen gesehen:

  • in Ostia Antica, dem antiken Hafen von Rom, ein isoliert dargestelltes Hakenkreuz in einem Mosaik;
  • auf neolithischen chinesischen Graburnen im Museum in Hongkong;
  • im Wappen in der Mitra des Thomas ä Becket;
  • in der römischen Villa Lullingstone (4.Jh.n.Chr.) in der Grafschaft Kent, südöstlich von London, als Hakenkreuzmosaike, isoliert wie auch als Band;
  • im archäologischen Rijksmuseum van Oudheden, Leiden (Holland), unter römischen Fibeln (Kleiderschließen) ein Hakenkreuz (Crux gammata) aus dem 1.-4.Jh.n.Chr.;
  • in der Induskultur (Mohenjo Daro, 2500-1700 v. Chr.);
  • in einer Schüssel, Samara, 6.Jh.v. Chr., auf der Museumsinsel, Berlin;
  • der japanische Künstler Hokusai (1760-1849) verwendete es in einem seiner Namen, ebenso wie der koreanische Dichter, Mönch, buddhistische Reformer Han Yeng-un (Manhae), 1879-1944.
  • In der semitischen Welt werden das "Kainszeichen" (1.Mos. 4,15), das Zeichen Hiobs (Hi. 31,35) und das der Lebensrettung bei Hesekiel (9,4) als Hakenkreuze gedeutet.
  • Das Svastika wird noch heute in einigen Abteilungen der finnischen Luftwaffe verwendet.
  • Eine isländische Reederei führt es in ihrer Flagge.



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